Ein Blick in die Zukunft

Foto: Dirk Laubner

In ganz Berlin fehlen Wohnungen, so ist es nur folgerichtig, dass das brachliegende Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Köpenick, eines der 16 großen Stadtentwicklungsprojekte Berlins ist. Auf dem etwa 58 Hektar großen Gelände sollen in den nächsten 20 Jahre 1.800 Neubauwohnungen für 5.000 Menschen entstehen. Doch es sind nicht nur Wohnungen geplant. Hier soll ein neues Stadtquartier entstehen, mit allem, was dazugehört. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat sieben Entwicklungsziele für das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs festgelegt.

7 Ziele für das neue Stadtquartier

Das erste Ziel betrifft den schon genannten Wohnraum: Dieser soll für alle da sein. 40 Prozent der 1.800 Wohnungen sollen mietpreisgebunden und 20 Prozent von Genossenschaften realisiert werden. Das Ziel ist es, bezahlbaren, vielfältigen und flexiblen Wohnraum für alle Lebenslagen zu schaffen.

Der nächste Aspekt ist städtebaulicher Natur. Das Ziel der Senatsverwaltung ist es, das neue Quartier in das Stadtgefüge einzugliedern, sodass es von einer breiten Öffentlichkeit genutzt werden kann. Dies soll unter anderem dadurch erreicht werden, dass die Geschossigkeit der Neubauten sich überwiegend an die umliegende Bebauung anpasst. Des Weiteren sollen dort Flächen für die gemeinschaftliche Nutzung entstehen.

Der dritte Aspekt umfasst den Verkehr. Die Senatsverwaltung setzt auf autoarme und -freie Konzepte, in denen Fuß- und Radwegverbindungen gestärkt werden, um insbesondere den Radverkehr sicherer und
schneller zu gestalten. Es soll vielseitige Mobilitätsangebote für alle geben, die sowohl das neue Stadtquartier als auch den gesamten Stadtteil besser anbinden. Durch den Bau der Ostumfahrung der Bahnhofstraße wird der bezirkliche Verkehr entlastet.

Das folgende Bestreben entspricht – genauso wie die autoarme und -freie Stadtentwicklung, dem Zeitgeist. Es geht um Energie und Umwelt und dem Ziel das Stadtquartier von Anfang an nachhaltig zu gestalten. Dafür sollen umweltfreundliche Baustoffe und Materialien genutzt und ein innovatives und integriertes Konzept für eine Regenwasserbewirtschaftung angewendet werden. Das neue Stadtviertel wird dann mit regenerativen Energien versorgt und Grün- und Freiflächen werden bereitgestellt.

Der letztgenannte Aspekt spielt beim Erreichen des fünften Ziels eine große Rolle: Es soll ein grünes Quartier entstehen – von der Fassade bis zu einem Stadtteilpark. Die vorhandenen Freiflächen werden aufgewertet und in neue naturnahe Räume umgewandelt. In diese werden die derzeit ansässigen Nachtigallen und Zauneidechsen umgesiedelt. Die neuen Grünflächen sollen eine multifunktionale Gestaltung erhalten, als Wegeverbindungen, Spiel-und Sportplätze, zur Erholung oder für Gemeinschaftsgärten. Dach- und Fassadenbegrünung sollen zu einem positiven Stadtklima und energetischen Vorteilen führen.

Als soziale Infrastruktur wird das sechste Ziel formuliert. Es werden zwei neue Schulstandorte geplant, die sowohl dem wachsende Defizit der umliegenden Quartiere im Bereich der Schulversorgung entgegenwirken sowie den Bedarf der neuen Bewohnenden abdecken sollen.

Die letzte Intention betrifft Gewerbe und Arbeiten. Es sollen vorhandene Betriebe vor Ort gesichert und neue Arbeitsstätten für Gewerbe geschaffen werden. Hohe Ziele hat sich die Senatsverwaltung für das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs gesetzt. Insbesondere die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit sind essentiell, deswegen kann nur gehofft werden, dass das neue Wohnquartier den Anforderungen der Zukunft und denen der neuen sowie alten Bewohnenden gerecht werden kann.

–L. Hoffmann-Kuhnt