Foto: Chrissy 85

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Nicht weit vom Karpfenteich, im grünen Erholungsort Plänterwald, erstreckt sich das Areal des Sowjetischen Ehrenmals. Der Ort fungiert als Mahnmal, Trauerort und Siegesdenkmal zugleich. Ungefähr 7.000 Rotarmisten (niedrigster Mannschaftsdienstgrad der „Roten Arbeiter- und Bauernarmee“ in Sowjetrussland ab 1918 und später der UdSSR bis 1946), die einst im Kampf um Berlin gefallen sind, finden hier im Massengrab ihren letzten Frieden. Das Ehrenmal ist das größte seiner Art in Deutschland. Im Jahr 1992 verpflichtete sich die Bundesrepublik zum Erhalt und zur Pflege der Kriegerdenkmäler der Roten Armee.
In der Nacht vom 6. auf den 7. April wurde ihr Frieden gestört. Mit absurden Schriftzügen, wie „Ukrainian Blood on Russian Hands“ oder „Why?”, beschmierten Vandalisten in roter Farbe u.a. den Sockel des bronzenen Soldaten. Auch andere Bestandteile des Ehrenmals wurden in Mitleidenschaft gezogen: Auf der großen Treppe, die nach oben zur Figur führt, wurde rote Farbe vergossen, die Stufe um Stufe herunterfloss. Auch die rundherum angeordneten Reliefs auf den weißen Steinsarkophagen, wurden lädiert. Einst waren die Russen und die Ukrainer Verbündete im unerbittlichen Kampf gegen den Nationalsozialismus. Nun scheinen die Fronten verhärtet. Auch „Putin = Stalin” war unter den Schmierereien zu lesen, womit unbestreitbar scheint, dass es sich bei dem zugetragenen Vandalismus um eine Reaktion auf die aktuell herrschenden Kriegszustände handelt. Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: Solche Schmierereien verurteile ich ausdrücklich, auch wenn manche Parolen, dass ukrainisches Blut auf russischen Händen in diesem Krieg klebt, zutreffend sind (…) Ich glaube, das war eine bewusste Provokation, auch um die Ukraine zu diskreditieren.“ Innenministerin Iris Spranger will als Maßnahme und zur Gewährleistung der Sicherheit aller „im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg zu schützenden Objekte“, die Schutzkonzepte anpassen; die Schutzmaßnahmen an sowjetischen Ehrenmälern seien bereits verstärkt worden. Trotz dessen wurde das Sowjetische Ehrenmal in der Nacht zu Ostermontag erneut mit Parolen beschmiert. „So seien das ,Z’-Symbol der russischen Truppen beim Angriffskrieg in der Ukraine und die Wörter ,Mörder’ und ,Orks’ auf das Portal geschmiert worden”, heißt es im Tagesspiegel. Laut aktuellen Angaben, kümmert sich nun der Staatsschutz des Landeskriminalamtes um die Ermittlungen; die Täter sind bislang unbekannt. 

– A. Schwirrat