Foto: Martina Berg

Die Revierförsterei Grünau hat schon seit einigen Jahren tierische Unterstützung. Die Wallache Feger und Moritz sind eigentlich echte Schwarzwälder und bringen daher eine Menge Gelassenheit und Knowhow mit. Nun wird sich Feger allerdings an einen neuen Kollegen gewöhnen müssen, da Moritz im letzten Jahr eingeschläfert werden musste. Koliken sind für Pferde enorm gefährlich – Moritz hatte gleich mehrere davon, denen auch ärztlich nicht mehr entgegengewirkt werden konnte. An Moritz Stelle tritt nun Henry, ein Rheinisch-Deutsches Kaltblut. Seit Anfang des Jahres unterstützt er tatkräftig. 

Insgesamt beschäftigen die Berliner Landesforsten sechs Rückepferde. So ein zwischen 800 und 1200 Kilo schweres Pferd zu versorgen, nimmt erstens eine Menge Zeit in Anspruch und zweitens auch recht viel Geld. Geld, das laut Gunnar Heyne, Leiter der Berliner Forsten, gut angelegt ist. Zwar würde ein Kaltblut pro Tag bei Weitem nicht so viel Holz rücken können, wie es eine Maschine täte; jedoch gehe es in dieser Sache auch nicht nach dem Prinzip „möglichst viel in wenig Zeit”, sondern vielmehr stünden der ökologische Mehrwert und die Nachhaltigkeit im Fokus. Im Gegensatz zu der Tagesleistung eines Pferdes von ca. 20 Kubikmeter bewegtem Holz, würde eine Forstmaschine zwar mehr schaffen, dabei aber eben auch den Waldboden und Jungbäume zerstören. Gerade auf nassem Untergrund, an Hängen und an engeren dicht bewachsenen Stellen bietet die Arbeit mit Pferden ihre Vorzüge. So können sie auch als Unterstützung zum Pflügen und zur Einhaltung des 40-Meter-Abstands zwischen zwei „Rückegassen“, also den Fahrwegen für die Maschinen, hinzugezogen werden. Übrigens werden für Forst- und Fahrarbeiten Kaltblüter eingesetzt, da ihr Wesen zu den besonders ruhigen gehört. Daher stammt auch die Bezeichnung Kaltblut, die sich also nicht auf die Körpertemperatur, sondern auf den Gemütszustand der Pferde bezieht. In Fachkreisen nennt man sie liebevoll „die Dicken“, was sicherlich auch ihrer enormen Körpermasse geschuldet ist. Denn ihre Zucht ist speziell auf Masse und Kraft ausgelegt. Und die brauchen sie beim Abtransport von Baumstämmen, die teilweise genauso schwer sind, wie sie selbst, definitiv!