Verkehrsberuhigung und Aufenthaltsqualität 

Foto: Christian Kielmann

Die Verkehrssituation im Ortsteil Friedrichshagen wird zum ständigen Ärgernis deren Bewohner*innen. Egal, welchen Straßenabschnitt die Pkws, Lkws, Lieferfahrzeuge oder Straßenbahnen durchfahren, der nächste Stau ist besonders morgens und abends immer schon da. 

Die derzeitigen Gleisbettbauarbeiten auf dem Fürstenwalder Damm sind nur ein weiteres Dilemma für die Verkehrsteilnehmenden. Ab Mitte Juni soll es dort wieder regelmäßig fließen. Dann beginnt, unter der Regie des Arbeitskreises Mobilität Friedrichshagen (AMF), eine elektronische Zählung aller Verkehrsbewegungen um den sogenannten Quell- und Zielverkehr zu erfassen. Der ständig steigende überörtliche Durchgangsverkehr bereitet zusätzliche Sorgen, insbesondere bei der Querung durch die schwächeren Verkehrsteilnehmenden wie Senior*innen und Kinder sowie mobilitätseingeschränkte Menschen. 

Die Bürgerinitiative wird mit Hilfe des allgemeinen deutschen Fahrradclubs ADFC Ortsteilgruppe Treptow-Köpenick und dem DLR-Institut Adlershof diese zweite Kampagne starten. Die erste Aktion findet bereits auf der Dörpfeldstraße in Adlershof statt. Mittels elektronischer Datenzählkameras werden an zwei Stellen auf der Bölschestraße und je einem weiteren Ort auf dem Fürstenwalder Damm und dem Müggelseedamm, über einen längeren Zeitraum Verkehrsdaten erfasst. Es werden „verpixelte“ Schemen ermittelt und übertragen, die den europäischen Datenschutzvorschriften genügen. Die Forscher klassieren die erfassten Daten nur nach den Kriterien: Lkw, Pkw, Bahnen, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Mit diesen dann belastbaren Zahlen und Daten soll ein Dialog mit den verantwortlichen Stadt- und Verkehrsplaner*innen auf Bezirks- und Landesebene angestoßen werden. 

Ergebnisse dieser Aktion könnten auf dem nächsten geplanten „Ortsteilgespräch“ im September vorgestellt werden. Dazu lädt der AMF und die SPK (sozialraumorientierte Planungskommission) die neuen Verantwortlichen im Bezirksamt und die Zuständigen im Senat ein. Unter anderem sollen dort die Umbaupläne zur Verbesserung der Fußverkehrsflächen zwischen Bahnhof und Marktplatz im Rahmen des neuen Berliner Mobilitätsgesetzes für den Bereich Fußverkehr vorgestellt werden. Möglicherweise wird auch das Thema der Parkraumbewirtschaftung im Ortsteil auf die Tagesordnung des Ortsteilgesprächs gesetzt. Damit wird eine weitere Maßnahme zur Reduzierung des Autoverkehrs erörtert, um damit die Aufenthaltsqualität auf der „Bölsche“ deutlich zu erhöhen. Der Termin für diese Veranstaltung wird rechtzeitig über die Medien verbreitet, um die aktive Beteiligung aller Bürger*innen an diesen Maßnahmen sicher zu stellen. 

–AMF, W. Plantholt