Foto: L. Hoffmann-Kuhnt

Die Sonne scheint und das Leben darf genossen werden. Treffpunkt an der Dahme bei Spreedrop. Geplant ist eine Bootstour mit Selbstversorgung. Zum Potluck schmeißt jede eine selbstgemachte Leckerei in die Mitte, damit wir auf unserer Tour auch gut versorgt sind. Hummus, Melonen-Feta Salat, Tomate-Mozzarella, Couscous, weißer Schokoladenstückchenkuchen mit Himbeerspiegel und Amarettinicrunchboden. Lecker! Die Getränke aus den Kühltaschen geräumt, Schuhe von den Füßen geschmissen und der Kurzeinweisung gelauscht. Nicht, dass wir noch kentern. So ein Boot will schon in Zaum gehalten werden. Zum Glück darf der 15 PS-Motor auch ohne Führerschein bedient werden und die eine oder andere erfahrene Bootsfrau ist auch an Bord zu finden. Betriebsausflug durch die Umgebungsgewässer von Köpenick. Lange geplant und nicht verschoben. In gemütlicher Frauenrunde schippern wir übers Wasser. Der weiße Bug unseres Bootes schaukelt auf den Wellen hin und her. „Jetzt gib mal ein bisschen Gas! Wir wollen nicht trocken zurückkommen.“ Für welche Richtung entscheidet man sich? Ist uns nach Wassergrundstücken, Altstadt und Menschen oder nach Natur, Reihern und Schaukeln am Wasser? Unsere Entscheidung fällt einstimmig auf letzteres. Empfohlen wurde uns die große Krampe, ein kleiner Seitenarm, der am Zeltplatz Kuhle Wampe von der Dahme abzweigt und in einer ruhigen Sackgasse endet. Nur wenige Boote sind hier zu sehen. Einige als Tagesausflügler, wie wir, andere als Reisende, die auf ihren Booten übernachten und sie hier für etwas längere Zeit ankern lassen. Auch ein Paddler mit gelbem Regen- bzw. Sonnenschirm kreuzt unseren Weg. Wir haben einen Platz gefunden und werfen unseren Anker. Motor aus, Natur genießen, treiben lassen. Immer im Kreis. Alle genießen die Entschleunigung und Ruhe. Dass Köpenick mit seiner wasserreichen Umgebung besticht, ist wahrlich kein Geheimnis. Nur kommt man viel zu selten dazu, diesen Luxus auch zu nutzen. Da bietet sich doch kaum besseres an, als unsere kleine Firmenfeier. Wir stoßen auf die Zeit, die wir schon gemeinsam verbracht haben an und freuen uns auf weitere Erlebnisse, die kommen werden. Pläne werden geschmiedet und Inspiration gesammelt. So ein Homeoffice-Tag könnte man doch bestimmt auch aufs Wasser verlagern und so eine Bootstour ist eine super Sache für das Teambuilding und äußerst empfehlenswert. Warum nicht länger mit dem Boot durch die Gegend schippern? Ein Urlaub auf dem Wasser. Jeden Tag ein Stückchen weiter.

Foto: L. Hoffmann-Kuhnt

Vielleicht kommt man sogar bis zur Ostsee? Wahrscheinlich nicht ganz so einfach, wie gedacht. Eventuell muss man das Boot mehrere Kilometer über Land transportieren, aber man darf ja mal träumen und Utopien aufstellen. Wir wären nicht die ersten. Zu unserer ausgelassenen Stimmung gesellt sich eine Entendame, die ganz offensichtlich stark von unserem Bananenbrot angezogen wird, das sich verführerisch vor unserer Nase präsentiert. Die kleinen Füßchen watscheln über das Sonnendeck und sie lugt neugierig über den Rand. Aufgeschlossene Gesellen, diese Köpenicker Enten. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie vor uns großen Zweibeinern nicht viel zu befürchten haben und ein beliebtes Fütter- und Brotabwurfsobjekt für Kinder sind. Unsere Besucherin nimmt zögernd Anlauf. Eins, zwei, drei und – platsch – verfehlt sie nur knapp unsere Köpfe und landet im Wasser, wo schon ihr Erpelgatte wartet. Wir tun es ihr gleich und springen hinterher ins kühle Nass. Das Wasser ist angenehm erfrischend, wir schwimmen ausgiebig um das Boot herum und genießen unser Sein. Dann wieder etwas essen, sonnen, lachen, schwimmen. Die Zeit vergeht im Flug und schon ist es 18:00 Uhr und wir müssen zurück. Jetzt beim Einparken nur keinen Kratzer in den glatten Lack fahren – schlimmer als beim Autofahren. Wieder auf dem Land, lassen wir den Abend noch am Strand mit Sonnenuntergang und Bingo ausklingen. So lange wir auch auf dem Wasser waren, so schnell zieht uns die Realität wieder in ihren Sog. Aber der Sommer schenkt uns zum Glück noch ein Weilchen von seiner Wärme und Süße sowie schöne Momente, Reisen und Sand in den Schuhen.

–Anne T.