Bild: Christoph-Hellwig

Heiko Stang wurde am 8. Februar 1963 im damaligen Ost-Berlin geboren, wuchs in unserem schönen Bezirk Treptow-Köpenick auf und das Musizieren – so könnte man meinen, wurde ihm einst in die Wiege gelegt. Schon im Kindesalter erlernte der waschechte Berliner von seinem Onkel Siegfried Uhlenbrock das Gitarrespielen und schrieb leidenschaftlich gern Lieder. Nachdem er die Schule und eine Ausbildung zum Facharbeiter für Nachrichtentechnik abgeschlossen hatte, lautete der ursprüngliche Plan: Ingenieurwissenschaften studieren. Doch durch diese Rechnung machte ihm die Stasi einen Strich. Die war nämlich der Ansicht, Stang könne nicht beides machen; er musste sich entscheiden – entweder Musik oder der Ingenieur. „Das habe ich aber nicht akzeptiert und dann eben den Ingenieur aufgegeben“, so Stang. Somit begann er im Jahr 1985 seine musikalische Ausbildung an der Musikschule Friedrichshain und studierte im Anschluss, von 1988 bis 1992, Gesang bei Traute Kottusch und Ruth Hohmann an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Ausgebildet wurde er u. a. in Schauspiel und Klavier. 1992 machte er seinen Abschluss als Gesangspädagoge und kam nach seinem Staatsexamen im Jahr 1993, über ein Engagement als Jesus in Jesus Christ Superstar, an den Bühnen der Stadt Gera, zum Musiktheater. Während seiner Laufbahn machte er sich als darstellender Künstler u.a. in den Hauptrollen der Musicals Cabaret, West Side Story, Grease, Elisabeth, Tanz der Vampire, Titanic, Evita, Anatevka oder Kiss Me Kate einen Namen und arbeitete unter der Regie namhafter Bekanntheiten, wie Peter Lund, Dietmar Seyffert, Eddy Habbema, Harry Kupfer und Roman Polanski. Seit 2006 ist er neben seiner Arbeit als darstellender Künstler auch als Regisseur, Autor und Komponist tätig. Für die Inszenierung des „Hauptmanns von Köpenick“, nach der gleichnamigen Tragikomödie von Carl Zuckmayer – durch die übrigens der sogenannte „Schelmenstreich” ab 1931 auch überregional bekannt wurde, schrieb Stang die Musik und die Liedtexte selbst. Auch die Regieführung oblag seiner Verantwortung; die Uraufführung fand 2015 im Rathaushof von Köpenick statt. Stang beschäftigt sich also seit einigen Jahren intensiv mit der historischen Person Friedrich Wilhelm Voigt – dem originalen Hauptmann von Köpenick, und erfüllt damit ganz nebenbei eine der Anforderungen an den neuen Hauptmann des Bezirks. Zu dessen Hauptaufgaben gehören zusätzlich das Akquirieren von Messe- und Museenauftritten, das Arbeiten in der Touristeninformation sowie generelle Hauptmann-Auftritte.

Anfang Mai schrieb das Bezirksamt von Treptow-Köpenick die Stelle aus und nun fiel die Wahl: Das neue „Aushängeschild“ von Köpenick wird – wohlverdient – Heiko Stang sein. Kurze Zeit später läutete Stang als neuer Hauptmann auch schon den diesjährigen 61. Köpenicker Sommer auf der Schlossinsel ein. Künftig will er sogar eine Art digitalen Kummerkasten, als zwischen Bürger*innen und Politik vermittelnde Instanz, einrichten. Dem Tagesspiegel verrät er: „In der Geschichte geht es für mich um die Sorgen des ‚kleinen Mannes‘, die wir wohl alle kennen, und die man manchmal auf kreative Art lösen muss.“ Wir jedenfalls gratulieren ganz herzlich, sind gespannt und freuen uns über einen so engagierten und erfahrenen neuen Hauptmann!

– A. Schwirrat