Großer Kiez, große Geschichte

Das letzte Mal haben wir die Geschichte Köpenicks von 700 bis 1400 n. Chr. umrissen. In diesem Teil reisen wir zusammen durch weitere 250 Jahre Köpenicker Geschichte.
Am Anfang unserer Reise – um genau zu sein im Jahre 1405, erlangte Raubritter Dietrich von Quitzow die Kontrolle über die damals noch recht junge Stadt Köpenick und die dazugehörige Burg. 1409 sorgte Dietrich von Quitzow für mehr städtische Rechte, da er dem Rat von Köpenick die Gerichtsbarkeit über die Köpenicker Bürger*innen ermöglichte. So etablierte er ein frühes Rechtssystem in der Stadt.
1412 erwarb dann Kurfürst Friedrich der Erste die Köpenicker Stadt und Burg. Aufgrund steigender Armut erlaubte der Kurfürst zwölf Jahre später (1424) den Einwohnenden Köpenicks, einen Markt abzuhalten.

Foto: L. Hoffmann-Kuhnt

Die Nachfolgenden Kurfürsten sorgten gegen 1451 dafür, dass die Fischer am Dahmeufer die Fischereigerechtigkeit erlangten, damit hatten die Fischer mehr Rechte über die an Köpenick grenzenden Gewässer und so die Möglichkeit diese uneingeschränkt befischen zu können.
Um 1478 wurden viele Häuser der Stadt von einem Großbrand zerstört.
1558 startete der Neubau eines Renaissance-Jagdschlosses, das man an der Stelle der alten Burg, die noch von den Askaniern errichtet worden war, platzierte. Im Jahr 1571 wurde das Schloss unter Johan Georg fertiggestellt. Das Wachstum in Köpenick und der Burg verlief über die Jahrhunderte eher langsam, 1573 wurden 90 Bürgerstellen gezählt. Nach und nach jedoch entstanden die ersten Innungen, Fischer und Imker schlossen sich zusammen und später kamen Lohgerber, Schuster und Bäcker dazu.
Das sich eher ruhig und beschaulich entwickelnde Köpenick erlebte – wie so viele andere, 1618 einen Schock, mit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges war an Entwicklung erst einmal nicht zu denken. Über die nächsten Jahre wird die Stadt von den kriegstreibenden Parteien ausgenommen und beraubt. Viele Häuser wurden in der Zeit in Brand gesetzt, zum Ende des Krieges zählte die Stadt von ursprünglich 91 Einwohnenden nur noch 14, die in der Stadt lebten. Viele Häuser waren zerstört und das Stadtbild änderte sich.
Erst 1640, nachdem der Krieg endete und mit Friedrich Wilhelm, dem „Großen Kurfürst“, nahm das Elend ein Ende. Dieser übernahm damals die Herrschaft über das Kurfürstentum Brandenburg. 1659 sorgte er dafür, dass das Jagdschloss, welches in den vorherigen Jahrzehnten stark gelitten hatte, repariert wurde. Der Bau des Friedrich-Wilhelm-Kanals, (heute der Oder-Spree Kanal) belebte die Stadt um 1669 wieder. Fortan lag Köpenick an einer überregional sehr bedeutsamen Wasserstraße . Dieser Grundstein ermöglichte das Wachstum der folgenden Jahrhunderte.
Köpenicks Geschichte ist reich an Abenteuern und Spannung. Doch an dieser Stelle kommt unsere Reise vorläufig zum Ende. Ich freue mich auf eine weitere Reise mit Ihnen, es liegen noch einige Jahrhunderte vor uns.  –Dennis H.