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Während die einen sie als intelligentes Haustier halten, läuft den anderen bei ihrem Anblick noch immer ein kalter Schauer über den Rücken: weltweit gibt es über 65 verschiedene Rassen; bei uns in Deutschland sind es zwei relevante Arten, die in der Nähe des Menschen leben und Einfluss auf das Umfeld haben: die Wanderratte (Rattus norvegicus) und die Hausratte (Rattus rattus). Dass auf jede*n Einwohner*in Berlins etwa drei Ratten gezählt werden, ist mittlerweile bekannt. Aber wie viele genau gibt es wohl in Treptow-Köpenick und wo genau halten sie sich auf? Diese Frage hat sich Pia Voltz, Verordnete der Tierschutz-Partei, gestellt.
Gesundheitsstadtrat Alexander Freier-Winterwerb (SPD) erklärt dazu: „Laut einer deutschlandweiten Statistik
entfallen auf jeden Einwohner etwa drei Ratten. Wenn wir das auf unseren Bezirk herunterbrechen, haben wir etwa 840.000 Ratten in Treptow-Köpenick.”
Davon scheinen sich die meisten besonders in Alt-Treptow, der Altstadt, im Bereich der Venusstraße in Altglienicke und Oberschöneweide wohlzufühlen. Das sei nachweisbar, da es dort die häufigsten Meldungen gäbe; um die 650 bis 700 Mal pro Jahr erteile das Bezirksamt Aufträge zur Schädlingsbekämpfung. Pia Voltz schlägt nun vor, den Prozess der Bekämpfung etwas anders zu gestalten: Eine Unterbindung der Fortpflanzung mithilfe von fortpflanzungshemmenden Mitteln, also sozusagen der Anti-Baby-Pille für Ratten, sei denkbar. Auch Freier-Winterwerb zeigt sich offen und strebt einen thematischen Austausch an. Antworten auf die Fragen, ob dann zum Beispiel auch Hunde verschont davor bleiben, für sie schädliche Substanzen auf Gassirunden zu konsumieren und wie genau diese fortpflanzungshemmenden Mittel den Ratten verabreicht werden würden, bleiben vorerst offen. Von weniger durch Giftköder verendeten Haustieren zu hören, wäre ja aber schön.

–Alexandra Schwirrat